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Gutartige Faulbrut (Europäische) 03. Kalkbrut (Pilzerkrankung) 04. Steinbrut (Pilzerkrankung) 05. Sackbrut (Virusinfektion) 06. Varroose 07. Tropilaelaps-Milbe 01. Amerikanische Faulbrut/ Bösartige Faulbrut (Anzeige- und Bekämpfungspflicht! - Erreger: Paenibacillus larvae) Klinische Symptome • lückenhaftes Brutnest                                      • Zelldeckel: eingesunken, löchrig, teilweise dunkel verfärbt                                      • Zersetzte Brutmasse Faden ziehend                                      • charakteristischer Leim-Geruch                                      • eingetrockneter rauher Schorf sitzt fest am Zellgrund                                      • Streichholztest: zersetzte Brut als Faden ziehende Masse                                      • knochenleimartiger Geruch beim Öffnen der Beute Differentialdiagnose  • Europäischer Faulbrut: lockerer Schorf                                      • Ruhrschorf: nur im Bereich der Zellöffnungen Vorkommen                • weltweit                                      • Deutschland jährlich 150- 450 Seuchenausbrüche; in Sachsen-Anhalt: 0- 6                                      • Erreger ist nicht überall verbreitet (nur 3-5 % der Futterkranzproben weisen Sporenbefall auf) Infektionsdosis          • Abhängig vom Erregertyp (4- Genotypen mit unterschiedlicher Virulenz )                                      • 1 -100 Sporen reichen (Genersch, Laborversuch)                                      • 1 Schorf: (da massive Sporenkonzentration, deshalb hohe Ansteckungsgefahr durch alte infizierte Waben!) Ansteckung der Völker erfolgt über • räubernde Sammelbienen (tragen sporenhaltiges Futter ein) • durch Imker: unkontrollierten Zukauf, Gerätetausch, mangelnde Wabenhygiene, Vereinigung von Bienenvölkern, Verfüttern von infiziertem Honig. Faulbruterreger • 4 Verschiedene Genotypen mit unterschiedlicher Virulenz, die beiden häufigsten sind ERIC I und II- (beide auch in Sachsen-Anhalt nachgewiesen) • ERIC I: (= klassischer Typ), ca. 60 % der Larven sterben vor Verdeckelung (früh erkennbar) • ERIC II: ca. 90 % der Larven sterben vor Verdeckelung, längere Zeit ohne klinische Symptome, zunächst nur geschwächtes Volk Abtötung der Larven zu unterschiedlichen Zeitpunkten,  am Ende aber gleiches klinisches Bild. Wichtig für Praxis • Volkdurchsichten nicht immer ausreichend zur Früherkennung; Futterkranzproben hilfreich Amerikanische Faulbrut Entnahme der Futterkranzprobe Auswahl des Untersuchungsmaterial • Brut und auch Futterzellen sollten verdeckelt sein (älter, länger gelagert) erhöht Nachweissicherheit • ca. 2 - 3 Esslöffel Material brutnah aus dem Futterkranzbereich einer verdeckelten Brutwabe • mit Löffel oder Spatel bis zur Mittelwand abschaben • neuer Löffel nach jeder Probe • Sammelprobe (von maximal 6 Völkern) • in Plastedose oder 1 l Plastetüte, fest verschlossen • Eindeutige und dauerhafte Kennzeichnung (Name, Anschrift, Stand, Volk) • Probenbegleitschein Bekämpfung erfolgt nach Anweisung des Amtstierarztes - Befallene Völker und altes Material • Verbrennen oder unschädlich beseitigen über Tierkörperbeseitigungsanstalt • Seuchenwachs deklarieren • Übriges Material gründlich mechanisch reinigen und desinfizieren • Kunstschwarmverfahren (verschiedene Verfahren) • Keine Behandlung mit Antibiotika in der EU (nicht erlaubt!) • Vorteil des Abtötens befallener Völker: Infektionsherd wird sicher entfernt Reinigung und Desinfektion • Gründliche Mechanische Reinigung- Wachsteile abkratzen, sammeln und der Desinfektion zuführen • Beute ausflammen, leichte Umfärbung des Holzes reicht aus • Desinfektion im Laugenkessel mit kochender Natronlauge (3-5%) Wie kann der Imker seine Völker vor Amerikanische Faulbrut schützen? Zukauf nur nachweislich freier Völker: • Gesundheitsbescheinigung, zeitnahen Laborbefund fordern gesunde Betriebsweise: • Massive Bauerneuerung (jährlich 30 besser 50 %), leere Beuten und Waben bienendicht verwahren, keine Honigwaben auslecken lassen, schwache Völker abschwefeln Futterkranzproben zur Eigenkontrolle: • Dient der Früherkennung und zur Vermeidung der Seuchenverbreitung 02. Gutartige oder Europäische Faulbrut Primär Erreger: Melissococcus pluton, Sekundäre Erreger: Achromobacter eurydice, Streptococcus faecalis, Bacillus alvei u.a. Bedeutung • Deutschland gering, keine Anzeigepflicht                     • Schweiz, Tschechien, UK u.a. teilweise mit schweren Verläufen, vergleichbar der Amerikanischen Faulbrut Verlauf der Infektion • Junge, stark befallene Larven sterben früh ab und werden von den Bienen entfernt. Dabei infizieren sich die Bienen. • Schwach befallenen Larven werden verdeckelt und sekundäre Infektionen können sich aus breiten. • Bienen, Drohnen und Königinnen sind Träger der Bakterien. • Stresssituationen und imkerliche „Schlamperei“ fördern die Ausbreitung des Erregers: Futtermangel, schlechte Wetterperioden, Populationsdynamische Engpässe (April bis Mai), kontaminiertes Wabenmaterial • Entwicklung und Bekämpfung wie bei Amerikanische Faulbrut 03. Kalkbrut (Ascospaera apis) - Pilzerkrankung Symptome 1. Mumien am Beutenboden und am Flugbrett 2. lückenhaftes Brutnest 3. befallene Zellen mit weißen oder schmutziggrünen bis grauschwarze Pfropfen, 4. Zelldeckel oft entfernt 5. trockene Kalkbrutmumien sitzen locker in Zellen 6. Madengestalt deutlich erkennbar - Unterschied zu Pollenschimmel! Auftreten: unregelmäßig • Frühjahr verstärkt • bei Kälteeinbrüchen (z.B. Mai/Juni, Eisheilige, Schafskälte) • bei schlechter Futterversorgung nach dem Abschleudern • Feuchter Standort • Bei Schwitzwasserbildung in Brutphase • Inzucht • Vorzugsweise in den Randbezirken des Brutnestes, da der Pilz bei ca. 30°C sein Wachstumsoptimum hat • deshalb besonders häufig bei Drohnenbrut Entwicklungszyklus 1. Infektion der Rundmaden über sporenhaltigen Futtersaft 2. Pilzfäden durchziehen Maden 3. Absterben der Streckmaden oder Vorpuppen 4. Sporenballen mit zahlreichen widerstandsfähigen Sporen 5. Verbreitung der Sporen durch Bienen, Waben, Luftzug, Imker Made • wird vom Pilzmycel durchzogen • stirbt in der verdeckelten Brutzelle ab • Kalkartig weiß bis grauschwarze Oberfläche Zelldeckel  • löchrig und meist entfernt Bekämpfung stark befallenen Völker abschwefeln • Verbrennen befallener Brutwaben (> 15% und mehr befallene Brut) und Gemüll • Beuten ausflammen • Erdboden umgraben leicht und mittelstark befallenen Völker • Befallene Brutwaben entfernen und einschmelzen • Standortwechsel: auf trockenen Standort • Völker Einengen, höchstens eine nicht besetzte Futter- oder Leerwabe ( je nach Trachtangebot, um nötige Brutwärme zu gewährleisten) • Putztrieb anregen: 2-3 mal Zuckerwasser füttern in kleinen Mengen • Oft am nächsten Morgen heraus getragene Mumien vor dem Flugloch • Umweiseln • Positiv wirken Massentracht und Wärme • Umweiseln! • Honig: nicht an Bienen verfüttern, für Menschen ungefährlich 04. Steinbrut (Pilzinfektion durch Aspergillus flavus; „Gießkannenpilz“) Ansteckungsgefahr auch für Menschen ! Ansteckung: über Sporen, wie bei Kalkbrut Vorkommen: sehr selten, meist im Wintergemüll Erscheinungen Ähnlich der Kalkbrut • Nach Fruchtkörperbildung: • Weiß-grau bis gelb-grüner Sporenrasen überzieht Madenkörper • Wabenzellen können damit ausgefüllt sein • Verwechslung mit Pollen gefüllten Zellen möglich Mumien fest in Zellen, schwer zu entfernen, deshalb oft mit Kittharz überzogen • Befall auch erwachsener Bienen Diagnose • mikroskopisch sichere Unterscheidung zur Kalkbrut Bekämpfung Abtöten und Verbrennen befallener BV (Hitze tötet Pilzsporen!) • Auch nicht befallene Waben/Honigwaben einschmelzen • Beuten durch Abflammen desinfizieren • Bei allen Arbeiten mit befallenen BV Infektiosschutz beachten (nach Kontakt Hände waschen, immungeschwächte Personen sollten direkten Kontakt meiden, ggf. ein feuchtes Tuch vorbinden) Unterscheidungsmerkmale von Kalkbrut und Steinbrut - Kalkbrut - Lockerer Sitz in Zellen (klapperndes Geräusch) • Farbe: weiß-grau/schwarz • harte Konsistenz der Mumien • Gestalt der Maden noch erkennbar - Steinbrut - • Farbe der Streckmade gelb-grün hart und festsitzend in Zelle • Pollenschimmel fehlende Madenform 05. Sackbrut (Virusinfektion, Erreger: Morator aetatulae) Übertragung • wie bei der Faulbrut und auch durch Varroamilben • nur flüssige Madenstadien sind ansteckungsfähig Symptome • Nur bei starkem Befall auffällig lückenhaftes Brutnest • Oft nur einzelne BV betroffen • Verbreitung schleppend • Lückenhaftes Brutnest, viele ungedeckelte Zellen • Zelldeckel rissig, eingefallen, teilweise entfernt Abgestorbene Streckmade mit sackartiger, flüssigkeitsgefüllter Hülle, gelb-hellbraun • Flüssigkeit ist hoch infektiös! Mumie/Schorf • Dunkelbraun mit hochgebogenen Enden in verdeckelter Zelle • Sitzt locker in Zellen und ist leicht zu entfernen • nicht mehr ansteckend • Erregernachweis im ELMI und mittels PCR bestätigt Bekämpfung • Keine Medikamente Leichter bis mittlerer Befall: 1. Befallene Brutwaben einschmelzen 2. Brutnest und ggf. Volk einengen 3. Bei Trachtmangel Zuckerwasser oder Honig füttern Schwerer Befall: 1. Kunstschwarmbildung (auf Mittelwände in desinfizierte Beute, füttern nicht vergessen) 2. Abschwefeln, Reinigung und Desinfektion der Beute und Rähmchen Reinigung/Desinfektion • Waben: einschmelzen; für Mittelwände verwendbar • Honigwaben: Einschmelzen bei starkem Befall Honig • nicht an Bienen verfüttern; • für menschlichen Verzehr geeignet • Arbeitsgeräte gründlich reinigen mit heißem Wasser Rähmchen, Beuten, Werkzeug: Übliche Reinigungsverfahren ausreichend, Abflammen nicht nötig • Rähmchen in Dampfwachsreiniger, • dann in heißem Wasser mit Soda (ca.80°C, 50g Soda pro Liter) abbürsten, • abspülen in klarem Wasser • Beuten - wenn alt und rissig, dann aussondern • intakte Beuten auskratzen und auswaschen 06. Varroose (Erreger: Varroa destructor - Milbe parasitiert auf Brut und erwachsenen Bienen) Schadwirkungen • schon eine Milbe beeinflusst Arbeitsleistung der Biene • Blut- und Eiweißverlust durch Entzug von Haemolymphe • Beunruhigung der Biene, verkürzte Lebenszeit • Größenvergleich: Milbe-Biene etwa wie Kaninchen-Mensch! • Mehrere Milben pro Brutzelle dann Missbildungen oder Tod vorm Schlupf • Sekundärinfektionen durch Viren (ABPV, DWV,KBV,CBPV) • Viren werden direkt beim Saugakt in die Hämolymphe übertragen • Natürliche Abwehrbarrieren (Chitinpanzer, Darmeschleimhaut) werden umgangen • Anteil geschädigter Bienen bestimmt Zustand des Volkes Ursachen • unzureichende imkerliche Maßnahmen (Drohnenbrutentnahme, Jungvölkerbildung) • Später Einsatz von Bekämpfungsmittel oft erst am Ende der Bienensaison • keine oder unzureichende Milbenbefallsgradkontrolle • Unsachgemäße Anwendung der Varroazide • Keine Abstimmung für zeitgleiche Behandlungen (Reinvasionsgefahr, wenn der Nachbar nicht behandelt) • Ergebnis: geschädigte Wirtschaftsvölker und Winterbienen durch hohe Milbenlast und Volkzusammenbrüche Imkerliche Maßnahmen: Drohnenbrutentnahme • Wann? April-Juli • Wie? Baurahmen mit direktem Kontakt zum Brutnest an äußersten Rand hängen- nicht als Randwabe • Entnahme nach 2-3 Wochen  -  wenn teilweise verdeckelt  -  spätestens 21 Tage nach Einhängen • Wie oft? mindestens 3-4 mal  -  mit 2 Baurahmen zeitlich versetzt arbeiten  -  alle 7-10 Tage wechselweise ausschneiden Effekt • Entnahme von 3 Baurahmen/Saison: August 50% weniger Milben Positiver Nebeneffekt • Baurahmen dient als „Stimmungsbarometer“ • Schwarmtriebdämpfung • Anfallendes Wachs zur Mittelwandherstellung (unbelastet) Hinweise: • Baurahmen effektiver als fertig ausgebaute Waben • Begattung nicht gefährdet • keine Ertragseinbußen oder Volkschwächung Kontrolle des natürlichen Milbenfalls (Gemülldiagnose) Ziel • Bestimmung des Behandlungszeitpunktes • Kontrolle des Behandlungserfolgs • Erkennung von Reinvasionen • Grundprinzip: Je mehr Milben im Volk, desto mehr Milben im natürlichen Totenfall! Wann? • Regelmäßig über gesamten Zeitraum - als Teil guter imkerlicher Praxis • Anfang Juli: Zur Festlegung der 1. Behandlung nach Abschleudern, vorm Auffüttern • Oktober/November: Nach Auffüttern zur Entscheidung der Notwendigkeit einerWinterbehandlung • Nach jeder Behandlung - Zur Erfolgskontrolle Wie? • Diagnosewindel mindestens 3-5 Tage unter das Bienenvolk • Abdeckung der Windel zur Vermeidung des Austragens von Milben (durch Bienen, Ameisen) • Berechnung des täglichen Milbenfalls Wertung der Kontrollergebnisse bis Mitte Juli < 5 Milben pro Tag: • keine unmittelbare Gefahr • Behandlung nach Trachtende 5-10 Milben pro Tag: • Völker aufmerksam beobachten, kann kritisch werden > 10 Milben pro Tag: • Bald behandeln; evtl. Verzicht auf nächste Tracht > 30 Milben pro Tag: • Schadschwelle ist überschritten, Volk ist nicht mehr zu retten Wertung der Kontrolle im Herbst > 1 Milbe pro Tag: • Nachbehandlung im brutfreien Zustand sollte erfolgen Varroazide - Präparate mit Zulassung in Deutschland         Präparate Wirkstoff Wirkstoffgruppe 1. Ameisensäure 60% ad us vet. Ameisensäure Organische Säure     Formivar 60% Ameisensäure Organische Säure     MAQS 68,2g Ameisensäure Organische Säure 2. Oxuvar Oxalsäure Organische Säure     Oxalsäuredihydratlösung Oxalsäure Organische Säure 3. Milchsäure 15% ad us. Vet. Milchsäure Organische Säure 4. Apiguard Gel        Thymol Ätherische Öle     Thymovar-Plättchen Thymol Ätherische Öle     Apilife var Thymol Ätherische Öle 5. Bayvarol Strips Flumethrin Pyrethroide                6. Perizin Coumaphos Organophosphate 7. Apitraz Amitraz Triazapentadiene Varroa bekämpfen - Wirtschaftsvolk April bis Juli  • min. 3x Drohnenrahmen schneiden zwischen Mitte Juli und Mitte August  • nur nötig wenn der natürliche Milbenbefall >10 Varroa/Tag ist • direkt nach dem Abschleudern Notbehandlung durch Ameisensäure ab Mitte August • 1x vor Auffütterung mit Ameisensäure behandeln zwischen Anfang und Mitte September • 1x nach Auffütterung mit Ameisensäure behandeln - (kann entfallen wenn <5 Varroa/Tag) zwischen Ende November und Mitte Dezember • 1x Restentmilbung durch Beträufeln von Oxalsäuredihydratlösung (3,5%ig) - (kann entfallen wenn <1 Varroa/Tag) 11. Durchfallerkrankungen - Wichtige Ursachen für Durchfallerkrankungen der Bienen 1. Ständige Störungen in Winterruhe durch Beunruhigung (Baumaschinen, schlagende Äste, Specht, Waschbär, Imker) 2. Beute mit Ritzen, zu kleine Fluglöcher,... 3. Weisellosigkeit, 4. lang anhaltende Winter (Reinigungsflug) 1. Ungeeignete Nahrungsquellen (Zuckerlösung aus Süßigkeiten) 2. Schwer verdauliches Winterfutter; zu viel Ballast-/Mineralstoffe: wie Honigtau, Heidehonig,... 1. Parasitäre Infektion: Nosemose oder Amöbenkrankheit Folgen: 1. Bienenaktivität erhöht durch erhöhte Futteraufnahme 2. abkoten in Beute 3. Kot dünnflüssig in Zellrinnen 4. Stinkender Geruch 5. Eingetrocknete schwarze Ruhrschorfe 12. Durchfallerkrankungen - Nosemose (parasitäre Durchfallerkrankung) - Erreger: Nosema apis oder N. ceranae) Infektions u. Vermehrungszyklus Putzbienen lecken Kot auf = Infektion -> infektiöse Sporen -> Sporen gelangen in den Bienendarm -> Sporen infizieren Darmwandzellen -> Zerstörung der Darmwand -> Nosema Sporen in Kotblase -> Durchfall und Abkoten im Bienenstock -> Kreislauf beginnt von erneut Verdacht und Diagnose • schwarze Kotspritzer auf dem Flugbrett • gelber Darminhalt Ursachen: • Hauptfaktor: länger anhaltender Pollenmangel – Anfälligkeit nimmt mit jeder unterversorgten Generation zu – Witterungseinflüsse besonders im Frühjahr Schadbild • Durchfallerscheinungen • Reduzierte Lebensdauer der Bienen • Flugunfähigkeit (Heimfindevermögen) • Futtersaftdrüsenfunktionen beeinträchtigt • Selten einzelne BV; Besonders im Frühjahr viele bis alle Völker betroffen Bedeutsam für den Krankheitsverlauf ist: • die Anzahl befallener Bienen • Wie stark sind die Bienen befallen? • Alter des Befalls • Exakte Schadschwellen sind noch nicht gefunden • Problem: schwache Völker! Bekämpfung der Nosematose: • Kein zugelassenes Bekämpfungsmittel in EU (Ausnahme: Spanien) • Reizfütterung • Gründliche Reinigung und Desinfektion - Desinfektion mit 60%-iger Essigsäure 2ml/l - Rauminhalt Vorbeugen • starke Völker, Brutumsatz steigern, Standortwahl (Klima, Pollen), Keine Eiweißzusatzfütterungen, Befallene schwache Völker auflösen Nosema ceranae (eine neue Art) • verdrängt N.apis in Deutschland und in weiten Teilen Europas • Verdrängungsmechanismus ist bisher unklar • kann nur molekularbiologisch von N. apis unterschieden werden • Virulenzunterschiede bisher noch nicht geklärt In Deutschland bislang kein Zusammenhang mit erhöhten Bienenverlusten – in Spanien aber beschrieben • Saisonale Unterschiede erkennbar – tritt auch im Sommer auf • Unterscheidung der beiden Arten nur molekularbiologisch 13. Durchfallerkrankungen - Ruhr, Dysenterie (nicht ansteckende Durchfallerkrankung der Winterbienen)   Ursache Überlastung der Kotblase – häufig in Wintern mit längeren milden Perioden; Volk ist aktiv und zieht mehr Brut auf, verbraucht Futter und kann in der nachfolgenden kalten Periode nicht abkoten – größere Störungen: eingedrungene Mäuse, Specht, Imker, ... – Ruhr im Gefolge oder Auslöser anderer Krankheiten (Nosematose, Amöbenruhr, Acariose) – Weisellosigkeit – ungeeignetes Winterfutter: Waldhonig kandiertes Winterfutter (z.B. Melizitose), schädliche Futterzusätze – Überwinterung zu schwacher Völker Krankheitsbild, Diagnose – Auftreten im zeitigen Frühjahr (Februar, März) – stark aufgetriebener Hinterleib – Bienenflug auch bei schlechtem Wetter – typische braune Kotflecken in und vor dem Stock – typische Symptome: Ruhrschorfe: verkotete äußere Zellränder ruhrkranke Bienen koten bei leichter Erschütterung ab stinkender Kot Auswirkung auf das Bienenvolk – verkotete Waben, vor allem im Bereich des Bienensitzes – in schweren Fällen sterben die Bienen Prophylaxe – nur starke, gesunde Völker einwintern – geeignetes Winterfutter verwenden – rechtzeitige Wintereinfütterung – Vermeidung von unnötigen Störungen während der Winterruhe (Maus und Spechtschutz) Behandlung – nur in leichten Fällen sinnvoll – Volk in neue Beute mit sauberen Waben umsetzen – Verfüttern einer dünnen Zuckerlösung 3:2 – Volk eng halten – Reinigung und Desinfektion der verkoteten Beute durch Abflammen bzw. Auswaschen mit heißer 3%iger Natron- oder Sodalösung – verkotete Waben ausschneiden – bei stark erkranktem Volk Behandlung unwirtschaftlich – wirtschaftlicher: Abtötung des Volkes 14. Maikrankheit - (nicht ansteckende Ernährungsstörung; Verstopfung) Ursache • Akuter Wassermangel führt zu einer Art Verstopfung (Pollenvölle) bei den jungen brutpflegenden Bienen (10-13 Tage alt) • Pollen kann ohne ausreichende Wasserzufuhr nicht verarbeitet werden • Kotblase, teilweise Mitteldarm betroffen • Die Bienen können nur schwer oder gar keinen Kot ausscheiden Auftreten • vor allem im Mai während oder nach einer Kälteperiode (Löwenzahnblüte, Zeit der Eisheiligen) Krankheitsbild • stark aufgetriebener Hinterleib • bei Druck auf den Hinterleib tritt feste, gelbe Paste aus After • junge Stockbienen krabbeln aus dem Stock, kreiseln oder laufen in Schlangenlinien auf dem Flugbrett herum • Bienen bilden oft kleine „Bienenklumpen“ • Abkoten ist nur schwer möglich, in Form von festen gelben bis hellbraunen Würstchen • bei anhaltender Verstopfung sterben die Bienen Schädigung der Einzelbiene – Verdauung ist durch Verstopfung blockiert – Selbstvergiftung – Bienen meist flugunfähig – geringere Lebenserwartung – in schweren Fällen Tod möglich Schädigung des Bienenvolkes – Ammenbienen können nur wenig oder überhaupt keinen Futtersaft produzieren (da Eiweiß nicht verdaut werden kann) – Brut kann verhungern – Einbruch der Volksentwicklung Vorbeugung – bei Kälteeinbrüchen nach vorangegangener guter Pollentracht Bienen vorsorglich mit Wasser versorgen (Stocktränke) oder flüssig füttern – Standortwahl: natürliche Bienentränke: Teich, feuchte Wiesen · künstliche Bienentränke: nicht zu nahe am Stand, im Abstand von 30-50m Bekämpfung – Verabreichung von Wasser! Stocktränke (lauwarm) Besprühen der Bienen mit lauwarmem Wasser oder lauwarmer Zuckerlösung (1:3) – Krankheitssymptome verschwinden nach kurzer Zeit 15. Tracheenmilbe (Acarapis woodi) - Bekämpfungspflichtige Bienenseuche gem. Bienenseuchen-VO Verbreitung • Früher verantwortlich für Winterverluste • Teilweise durch Varroabekämpfung mit erfasst (Ameisensäure, Thymol) • Regional (z.B. Sachsen,Baden) traten plötzliche Verluste auf (USA vor 10 Jahren) - Gründe dafür sind unbekannt • Sachsen-Anhalt keine Nachweise seit mehr als 30 Jahre Krankheitsbild • erhöhter Wintertotenfall , Zusammenbruch möglich • Volk deutlich schwächer und unruhig • Vereinzelte Bienen fliegen bereits im Winter trotz niedriger Temperaturen • bei ersten Reinigungsflügen flugunfähige, krabbelnde und teilweise auch hüpfende Bienen vor Flugloch , Hinterleib aufgebläht • vereinzelt Bienen mit asymmetrisch gespreizten Flügeln • Flügel lassen sich leicht aus dem Gelenk ziehen • Durchbrüten von stark befallenen Völkern auch im Winter - dadurch erhöhter Futterverbrauch - ruhrähnliche Erscheinungen (Verstärkung durch Infektion von Nosema und Amöbe möglich) Infektionsverlauf 1. Infektion der Jungbiene bis zum 4. Tag 2. Eiablage (~ am 2. Tag) 3. Eientwicklung: ~ 3-4 Tage 4. Larvenentwicklung: ~ 7-10 Tage 5. Nymphenentwicklung: 2-3 Tage Gesamtentwicklungsdauer 2-3 Wochen Schädigung der Einzel-Biene • Schwächung durch Blutentzug (Verlust an Nährstoffen) • Störung der Atemtätigkeit • Behinderung der Sauerstoffversorgung der Muskulatur • toxische (giftige) Wirkung des Milbenspeichels, dadurch Auflösung der Flugmuskulatur - Flugunfähigkeit • Sekundärinfektionen über Hämolymphe: durch Einstichstelle in Tracheenwand gelangen pathogene Bakterien/Viren ins Blut • Beunruhigung der Einzelbiene - Abwehrreaktion (Zittern) • Lebensverkürzung bei Flugbienen Bei Verdacht auf Tracheenmilben Labordiagnostische Abklärung - Probennahme • Wintertotenfall bildet bestes Untersuchungsmaterial • Entnahme möglichst vor erstem Reinigungsflug • erforderliche Probengröße: mindestens 30-50 Bienen/Volk • Einsendung in luftdurchlässigen, festen Kartonschachteln • Untersuchung im Stereomikroskop und ggf.Mikroksop: bei Verdacht oder Unklarheit Herauspräparation der Tracheen Eier, Larvenstadien und erwachsene Milben in Tracheen sichtbar Verlauf der Befallsentwicklung und Gefährlichkeit für das Bienenvolk: Wettlauf zwischen Biene und Tracheenmilbe 1. Neuinfektion erst im Frühling durch:    • Verflug, Räuberei , durch Drohnen besonders im Sommer    • Imker: Einfangen fremder Schwärme, Kauf von Bienen aus unkontrollierten Ständen, Vereinigung gesunder und kranker Völker 2. Milbenbefall kann jahrelang dem Imker verborgen bleiben 3. Faktoren, die Milbenvermehrung begünstigen: regenreiche Sommer, Untätigkeit der Bienen im Stock, Überalterung der Bienen 4. gleichzeitiges Auftreten der Milbenerkrankung mit anderen Krankheiten    • Nachweis des Chronischen Bienenparalyse-Virus in allen Bienen mit sichtbaren Krankheitsanzeichen 5. Bekämpfungspflicht gem. BSVO Bekämpfung der Tracheenmilbe Einige Varroa-Mittel wirksam • Ameisensäure • Thymol Vorbeugung • Brutumsatz steigern • Starke Völker • Standort (Klima, Pollenversorgung) • Befallene Völker + Schwächlinge auflösen 16. Virusinfektionen • Virusinfektionen treten oft erst im Zusammenhang mit anderen Infektionen im Bienenvolk in Erscheinung • Nosema apis und assoziierte Viren : (nach Darmwandschädigung)- Black Queen Cell Virus (BQCV= Schwarzes Königinnenzellen Virus) - Bienenvirus Y (BVY) - Fadenvirus (F-Virus) • Malpigamöben und assoziierte Viren: Bienenvirus X • Varroamilben: Akute Paralysevirus (APV) Flügeldeformationsvirus (DWV) • Varroamilben übertragen Viren (APV,DWV,KBV, Sackbrutvirus) direkt in Hämolymphe der Bienen! 17. Virusinfektionen - Flügeldeformationsvirus Deforming Wing Virus (DWV) (Gattung der Iflaviren und besitzt ein einzelsträngiges RNA-Genom aus 10140 nt1) Verbreitung: weltweit Übertragung: durch Varroa destructor (Vektor) Schadbild: typische Erscheinungen, die früher nur auf Parasitierung der Varroamilben zurückgeführt wurden (Virus verursacht erst in Verbindung mit Varroa Schäden bei Bienenbrut) infizierte Puppen: mit verdrehte und verstümmelte Flügeln verkürzter Hinterleib, Verkürzte Lebensdauer Infizierte erwachsene Bienen: ohne Schäden, dienen aber als Virusreservoir - bei starkem Varroabefall Volkzusammenbrüche Diagnose: klinische Befunde und molekularbiologisch (PCR) Bekämpfung: Varroa-Milbenpopulation gering halten 18. Virusinfektionen - Akutes Bienenparalysevirus (ABPV) Weit verbreitet Befallen werden: Erwachsene Bienen: in Speicheldrüsen und Fettkörper - Larvenbefall ist möglich • Keine typischen Krankheitszeichen erkennbar • Pathogenität ist noch nicht sicher geklärt, da hohe Viruslast (>10 Millionen Partikel im Fettkörper) bei gesund erscheinenden Bienen nachgewiesen wurde • Bei Injektionsversuchen direkt in die Blutbahn reichen geringe Infektionsdosen (wenige 100 Partikel) Entstehung und Entwicklung Infektionswege der Hämolymphe sind möglich : • Varroamilbe selbst als Virusträger • Viren gelangen über Verletzungen beim Saugakt vom Fettkörper ins Blut (Eiweißstoffe im Speichel der Milben regen die Virusvermehrung an: der Wundverschluss wird verhindert ) • Über die Hämolymphe gelangt Virus an lebenswichtige Organe (z.B. Gehirn): Verhaltensauffälligkeiten (starker Verflug, Krabbeln) Orientierungsstörungen, Entwicklungsstörungen, früher Tod • Winterfestigkeit der Völker wird besonders beeinträchtigt 19. Virusinfektionen - Kaschmirbienenvirus (KBV) in Verbindung mit Varroa oder Darmbelastungen Vorkommen/Verbreitung: Ursprünglich auf indischem Subkontinent auf Apis cerana – Anderer Virustyp in Neuseeland u. Australien, Kanada – teilweise Nachgewiesen vor Varroainfektion – Vereinzelt lokal massive Verlustgeschehen • USA: Nordamerika wurde KBV mit der Verbeitung von Varroa als Varroose angesehen Deutschland: bisher nur Einzelnachweise, noch keine massiven Verlustgeschehen Infektion und Krankheitsverlauf • über Nahrung und Körperoberfläche • Begünstigt durch Varroamilben und Nosema oder Melissococcus pluton (Darmbelastung) • Rascher Tod bei aktuer Erkrankung 20. Virusinfektionen - Verbreitung Andere Viren in Verbindung mit Varroa 1. Slow Paralyse Virus (SPV): • England, USA, Oceanien 2. Trübe Flügelvirus (Clooudy Wing Virus (CWV): • Auf allen Kontinenten, Flügel verlieren Transparenz • Zusammenhang mit Varroa weniger ausgeprägt • Übertragung über kurze Strecken durch die Luft - in Kürze mehr - Quellen: Vortrag zum Bienensachverständigenlehrgang Bernburg-Strenzfeld; 02.03.2013, Landesamt für Verbraucherschutz LSA, FB 4 Veterinärmedizin, Sitz Stendal
Krankheiten der erwachsenen Bienen 06. Varroose 11. Durchfallerkrankung 12. Nosematose - (Durchfallerkrankung) 13. Ruhr - (Durchfallerkrankung) 14. Maikrankheit - (Verstopfung) 15. Tracheenmilbe 16. Virusinfektionen 17. Akute Bienenparalyse (Virusinfektion) 18. Flügeldeformationskrankheit (Virusinfektion) 19. Kaschmirbienenvirusinfektion (Virusinfektion) 20. Virusinfektionen in Verbindung Varroa
Schädlinge 30. Wachsmotte 31. Bienenlaus 32. Lästlinge u.a. 33. Kleiner Beutenkäfer
Author: Pollinator (Image copyleft: Image taken by me, released under GFDL Pollinator 05:51, Sep 19, 2004 (UTC))
Urheber: Tanarus Jacopo Werther
Streichholzprobe (positiv)
Bienenkrankheiten
Brutkrankheiten - Gesunde von erkrankter Brut unterscheiden  Verdachtsmerkmale für Brutkrankheiten: • Lückenhaftes Brutnest • Zelldeckel eingefallen, löchrig, • Flügeldeformation • Abweichende Formen und Farben der Larvenstadien, • Eingetrocknete Schorfe
Urheber: Harry meschke dy sahib